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„Leben in anderen Dimensionen – Unsere Welt der Widersprüche“


Warum wird uns eigentlich alles so schwer gemacht?

Seit wir eigentlich unser Leben richtig realisieren, seid wir richtig wissen, wo wir Leben, seit wir richtig denken können, werden uns Steine auf den Weg gelegt! Bei mir begann es mit dem Beginn der Schulzeit! Davor war das Leben noch ein Spiel für mich. Ein großer Ball mit viel Wasser, der unendlich groß ist. Danach verlangten nicht mehr nur wir etwas, sondern jetzt wurde von uns verlangt! Das, was uns ausmacht. Unser wissen, was täglich und bis zu unserem Lebensende wächst!
Mir persönlich viel es nie leicht! Diese Buchstaben, diese verwirrenden Zahlen und dieser blöde Sprungbock, erschwerten mir mein Leben in den ersten Jahren ungemein! Ja ich war kein Ass in der Schule! Ich war nicht beliebt unter den Lehrern!  Ich machte mir mein Leben selber schwer mit meiner vorlauten Art. Ich merkte langsam, dass Leben nicht nur Spiel und Spaß bedeutete. Mein Sandkasten wurde abtransportiert, die Schaukel abgehangen. Die erste Entscheidung über meine Zukunft kam mit der 4. Klasse. Natürlich weiß ich in diesem Alter genau, was ich will…Ich halte den Abgang nach der 4. Klasse immer noch für total überflüssig! Wir wurden eben einfach ins kalte Wasser geschmissen! Zum Glück hat Mama immer die rettenden Schwimmflügel mitgehabt. Sonst wäre ich ertrunken… Ich lebte eben mein Leben! Auf meiner Wolke 7, wie jeder in diesem alter. 
Doch nach Beginn der 4. Klasse, nach der ersten Entscheidung, begann unser Leben seine Richtung zu ändern. Man versuchte durch besondere Merkmale herauszustechen, ob ein eigenes Handy, ein neues Tamagotchi oder eine 1 im Deutschdiktat. Wir wollten zeigen, was wir können was wir haben, welche Fähigkeiten der andere hat. Ich nenn es auch gern „Machtgehabe“! Grad bei den kleinen Jungs!
Die Welt des Internets, der Kommunikation, des Reichtums, des Ansehens, des Luxus und der Chancen. Darin sind wir groß geworden! Jetzt gilt es, sich zu etablieren. Herausstechen aus der Masse, zeigen, welche Stärken jeder Einzelne hat! Wir können heute nicht mehr mit früher vergleichen! Damals gab es andere Probleme als heute, die Leute setzten andere Prioritäten als wir. Sie waren froh, wenn sie einen Bombenanschlag überlebt hatten, denn an Erster stelle stand Ihr Leben, mehr hatten sie nicht mehr! Genau, wie uns heute unser Leben an Erster stelle steht, nur leben wir jetzt in anderen Dimensionen. Wir haben Glück, denn uns wird dieser Weg größtenteils vorgegeben, den wir gehen müssen. Doch trotzdem werden uns immer wieder Steine auf diesen Weg gelegt. Sie ziehen uns runter, lassen uns verzweifeln aber eigentlich sollen sie uns nur stärker machen, zum Kämpfen ermutigen! Dadurch lernen wir, wir lernen unser Leben zu Meistern Hürden zu nehmen und nicht liegen zu bleiben.

18 Jahre meines Lebens habe ich nun schon erfolgreich hinter mich gebracht! Alle Steine aus dem Weg geräumt, an manchen stellen Kieselsteine hinterlassen, aber fürs Leben gelernt!An einem Stein bin ich nun stehen geblieben und komme nicht an ihm vorbei.Ein Stein, der nicht sein muss, ein Stein von Menschenhand geschaffen, ein Stein, der uns alle betrifft und uns alle belastet. Unsere Gesellschaft!!! Ich hasse es, wenn in den Nachrichten große Töne gespuckt werden! Ich hasse es, wenn wir belogen werden, wenn uns eingeredet wird, dass wir mit Fleiß und Wille alles erreichen würden. Vielleicht hat es bisher funktioniert! Nur habe ich mich mal umgesehen… Wie viele Männer und Frauen in unserer Gesellschaft den Willen zeigen, den Fleiß aufbringen und Ihnen trotzdem keine Tür geöffnet wird.
Seid Monaten suche ich verzweifelt einen Praktikumsplatz in meiner Branche.Ich will einen Monat FREIWILLIG für einen Betrieb arbeiten, doch das Einzige, was ich zurück bekomme, sind absagen! Praktikanten wären zu teuer, nicht qualifiziert genug oder nur mit Genehmigung der Universität möglich. Einerseits sollen wir uns immer Weiterbilden, Wille und Präsenz zeigen, aber uns wird ja Nichtmal die Möglichkeit gegeben, man lässt uns nicht! 
Durch die Krankheit meiner Mutter ist es Ihr nicht möglich Arbeiten zu gehen, ich bin also auf das Geld vom Staat angewiesen. Ein Darlehn, wovon auch ich einiges wieder zurückzahlen muss, aber ich bin froh, dass mir so die Möglichkeit gegeben wird, mein Studium außerhalb meiner Heimat zu absolvieren. Für Freizeit, Urlaub und andere Luxusbedürfnisse reicht es nicht, deshalb arbeite ich. Ich arbeite gerne, ich lass die Leute reden, mich macht es stolz mein eigenes Geld in den Händen zu halten. 
Doch wehe wir arbeiten zu viel! Wehe wir erben etwas Wertvolles, nein wir dürfen kein eigenes kleines Vermögen besitzen. Alles, was zu viel ist, wird uns weggenommen. Der Staat ist nicht stolz, dass wir selbst für unser Geld arbeiten, er sieht nicht dass wir junge Menschen uns auch schon träume verwirklichen wollen! Sie sehen nur unser Geld…450€;, kein Cent mehr, sonst LSK 6, über 40% Abzüge….Sollten sie nicht lieber Stolz sein, dass die Jugend etwas tut. Die Gesellschaft mit Ihrer Arbeit unterstützt?
Die faule Jugend von heute, die Alkoholisierten, pöbelnden Jugendlichen in der Straßenbahn, die Schulabbrecher … SO heißt es doch immer!!! Unsereins wird übersehen habe ich das Gefühl. Die, die sich durch Kämpfen, um sich Träume und Wünsche selbst erfüllen zu können. Hier läuft etwas in die verkehrte Richtung!!!
Wir demonstrieren gegen irrelevante Dinge, wir sammeln unterschritten für nebensächliche Begehren, aber wirklich wichtige Themen werden totgeschwiegen. Anklagen gegen Missbrauch von Kinderpornografie werden mit 5000€ Strafe eingestellt, dafür landet man für Steuerhinterziehung mehrere Jahre hinter Gitter. Läuft wirklich alles richtig in unserer Gesellschaft???Täglich entdecke ich so viel Ungerechtigkeit allein in unserer Stadt, so viel Ungerechtigkeit gibt es in Deutschland, wie viel Ungerechtigkeit gibt es auf unserer Welt? 
So viele junge Menschen haben sich nun auch schon öffentlich über unsere aktuellen Probleme ausgelassen, doch immer noch werden wir belächelt! Immer noch hat sich nichts geändert, immer noch werden wir ins kalte Wasser geschmissen. Wo bleiben unsere hoch angepriesenen Chancen?

Ich danke immer wieder meinem Job für so viel Lebenserfahrung, die er mir gibt und ich danke der alten Dame auf der Prager Straße die mich fast zu Tränen rührte. Ich wollte doch nur Ihre Unterschrift, für den Ausbau einer Straße…

Eine Straße meinte Sie, interessiere sie nicht! Es gäbe so viele wichtigere Dinge, die geregelt werden müssten und zeigte auf eine junge Frau am Straßenrand, die eingewickelt in Decken um Geld bettelte. Sie nahm meine Hand und meinte:
„Mädchen, Ihr seid die Jugend, Ihr könnt etwas Verändern nehmt es in die Hand. 
Wir haben es jahrelang versucht, aber nichts erreicht.Was mir bleibt, ist meine magere Rente und mein Enkel, der trotz erfolgreichem Studienabschluss keinen Job findet. Pass auf das Du noch deine Rente erreichst und dich nicht schon vor deinen 72. Lebensjahr schlafen legst.“

Mir hat es viel bedeutet, was die alte Dame gesagt hat, denn schon meine geliebte Oma hat Ihre Rente nie erreicht. Auch mir wird flau im Magen, wenn ich an den Abschluss meines Studiums denke. So viele warten auf einen Job und schon jetzt wird ein einfaches Praktikum zu einem Ding der Unmöglichkeit. Wir leben in einer Welt voller Widersprüche, in einer Kluft zwischen Armut und Reichtum. 
Ich habe einen Stein auf meinem Weg gefunden, der Wohl immer bleiben wird! Ich bin kein Pessimist, aber ich allein kann diesen Problemen nicht entgegenwirken, ich kann mich nur damit abfinden, dass die Welt so ist, wie sie ist! Doch wenn das jeder macht, wird sich nie was ändern! Ich spür noch den Handdruck der alten Dame, ich habe noch Ihren hoffnungsvollen Gesichtsausdruck in meinem Kopf. Wir können etwas ändern, wir sind die Jugend

Das ist unser Leben! 


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2 Comments

  • Reply
    Lulu Zxyz
    10. März 2015 at 22:56

    Sehr sehr ausdrucksstarker Text, der voller Wahrheit steckt!!! Ich kann das genauso wie du es formuliert hast, unterschreiben!
    Es ist mehr als traurig.. Warum eigentlich sich die Mühe machen arbeiten zu gehen, wenn man bei Hartz 4 mehr Geld bekommen könnte? Warum macht man sich die Mühe, gerade so seine paar Hundert Euronen zu verdienen? Wobei dank des Mindestlohn, kann man sich glücklich schätzen überhaupt noch einen Minijob zu besitzen! Die meisten Firmen können sich sowas ja gar nicht mehr leisten :/
    Gib nicht auf, bei der Praktikumssuche, Walt Disney hat auch vor vielen Jahren mal jede Bank nach einem Kredit gefragt und erst hunderte später fand er eine die an ihn glaubte (; Es mag ein komisches Beispiel sein, aber es soll uns ermutigen nie damit aufzuhören für unsere Träume zu kämpfen (:

  • Reply
    Melanie
    11. März 2015 at 15:13

    Vielen Dank für den Lieben Kommentar Lulu! Ja, ich wollte es einfach mal wieder in Erinnerung rufen! Ich meine ändern können wir allein nichts, aber ich bin schonmal froh, dass es doch einige sehen wie ich. Ich geb mein bestes und hoffe das wir Jungen Leute auch mal für unseren Fleiß belohnt werden 🙂 Liebst Mel <3

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